E10 oder E5: wann E10 tanken günstiger ist
E10 ist an der Säule fast immer billiger, verbraucht aber etwas mehr. Trag beide Preise und deinen Verbrauch ein. Der Rechner zeigt, ob der Preisabstand den Mehrverbrauch ausgleicht und was das im Jahr ausmacht.
E10-Verträglichkeit prüfen: DAT-Liste und Tankdeckel
E10 enthält bis zu 10 Prozent Bioethanol, E5 bis zu 5 Prozent. Beide haben mindestens 95 Oktan und erfüllen die Benzinnorm DIN EN 228. Ethanol kann bei älteren Motoren Dichtungen, Kunststoffleitungen und Aluminiumteile im Kraftstoffsystem angreifen. Seit der Einführung 2011 sind fast alle neuen Benziner freigegeben, ebenso ein Großteil der älteren Modelle. Laut DAT vertragen über 90 Prozent der Benziner auf deutschen Straßen E10. Für die Freigabe zählt allein die Aussage des Herstellers, nicht die Meinung der Werkstatt.
Tankklappe ansehen. Steht dort „E10“ in einem Kreis, ist das Auto freigegeben. Steht nur „E5“, ist E10 nicht erlaubt.
Betriebsanleitung prüfen, Kapitel „Kraftstoff“ oder „Tanken“. Dort steht eine ausdrückliche Freigabe für E10 oder ein Ausschluss.
DAT-Liste aufrufen. Die Deutsche Automobil Treuhand führt die Herstellerfreigaben nach Marke, Modell, Motor und Baujahr.
Beim Hersteller nachfragen. Mit der Fahrzeug-Identifizierungsnummer aus Feld E der Zulassungsbescheinigung gibt der Hersteller oder Vertragshändler die Freigabe schriftlich.
Nicht freigegeben sind vor allem einige Benziner mit früher Direkteinspritzung aus der Zeit vor etwa 2008 und viele Fahrzeuge vor 1990. Bei Motorrädern, Rollern, Booten und Gartengeräten gelten eigene Herstellerlisten. Weil nicht jeder E10 tanken darf, müssen große Tankstellen E5 als Schutzsorte weiter anbieten. Trotz Freigabe für die meisten Autos liegt der Marktanteil von E10 in Deutschland nur bei rund einem Viertel, viele Fahrer greifen aus Unsicherheit zu E5 und zahlen dafür mehr.
Mehrverbrauch mit E10
Ethanol hat rund ein Drittel weniger Energie pro Liter als Benzin. Bei 5 Prozentpunkten mehr Ethanol sinkt der Energiegehalt des Kraftstoffs rechnerisch um etwa 1,5 Prozent. Um diesen Anteil steigt der Verbrauch im Mittel. Messungen von ADAC und Herstellern liegen zwischen 1 und 2 Prozent, bei manchen Motoren war gar kein Unterschied messbar, weil die höhere Klopffestigkeit des Ethanols einen etwas effizienteren Zündzeitpunkt erlaubt. Im Alltag geht der Effekt in den normalen Schwankungen durch Wetter und Verkehr fast unter.
| Verbrauch mit E5 | mit E10 bei +1,5 % | Mehrmenge auf 10.000 km |
|---|---|---|
| 5,0 l/100 km | 5,08 l | 7,5 l |
| 7,0 l/100 km | 7,11 l | 10,5 l |
| 9,0 l/100 km | 9,14 l | 13,5 l |
Für ein eigenes Ergebnis misst du je drei Tankfüllungen E5 und E10 auf ähnlichen Strecken und in derselben Jahreszeit mit der Volltank-Methode. Eine einzelne Füllung schwankt stärker als der Effekt selbst. Den gemessenen Unterschied trägst du dann im Rechner oben als Mehrverbrauch ein.
Preisabstand, ab dem E10 spart
E10 lohnt sich, sobald der Preisvorteil pro Liter den Mehrverbrauch ausgleicht. Die Schwelle hängt vom E5-Preis und vom Mehrverbrauch ab.
Bei 2,22 € für E5 und 1,5 Prozent Mehrverbrauch liegt die Schwelle bei rund 3,3 ct. Ist E10 mehr als 3 bis 4 ct billiger, sparst du. Der übliche Abstand an deutschen Tankstellen liegt bei 5 bis 8 ct. Bei steigenden Preisen wächst die Schwelle leicht, weil der Mehrverbrauch dann in Euro mehr wiegt.
| E10 billiger als E5 um | Kosten E10 pro 100 km | Ersparnis pro Jahr |
|---|---|---|
| 3 ct | 15,56 € | ca. 0 € |
| 5 ct | 15,42 € | ca. 15 € |
| 6 ct | 15,35 € | ca. 23 € |
| 8 ct | 15,20 € | ca. 40 € |
| 10 ct | 15,06 € | ca. 57 € |
Werte für 7 l/100 km mit E5 zu 2,22 € (15,54 € pro 100 km), 1,5 Prozent Mehrverbrauch und 12.000 km im Jahr.
Der Preisvorteil von E10 hat einen steuerlichen Hintergrund. Mineralölkonzerne müssen jedes Jahr eine gesetzliche THG-Quote erfüllen, also die Treibhausgase ihrer Kraftstoffe um einen festen Prozentsatz senken. Beigemischtes Ethanol zählt dafür. Wer zu wenig E10 verkauft, zahlt Strafe. Deshalb geben die Konzerne E10 günstiger ab und schlagen die Kosten teils auf E5 auf.
E5 und E10 mischen
Bei einem für E10 freigegebenen Auto darfst du E5 und E10 beliebig mischen, auch im selben Tank und in jeder Reihenfolge. Beide Sorten haben 95 Oktan und erfüllen dieselbe Norm, nur der Ethanolanteil unterscheidet sich. Das Motorsteuergerät passt sich über die Lambdasonde selbst an.
- Versehentlich E10 in ein nicht freigegebenes Auto: Nicht abpumpen lassen. Den Tank zügig leer fahren und mit E5 auffüllen, so verdünnt sich der Ethanolanteil. Eine einzelne Füllung schadet nach Aussage der Hersteller in der Regel nicht.
- Länger E10 ohne Freigabe: Mögliche Folgen sind poröse Leitungen, undichte Dichtungen und Korrosion im Kraftstoffsystem. Solche Schäden zahlen weder Hersteller noch Garantie.
- Diesel in den Benziner oder Benzin in den Diesel: Das ist ein anderes Problem. Motor nicht starten, Zündung nicht einschalten, abschleppen und den Tank abpumpen lassen. Das kostet meist 200 bis 500 €, ein gestarteter Diesel mit Benzin kann deutlich teurer werden.
- Lange Standzeit: Ethanol zieht Wasser aus der Luft an. Bei Autos, Motorrädern oder Rasenmähern, die monatelang stehen, ist E5 oder ethanolfreies Benzin besser, und der Tank sollte möglichst voll sein.
- Im Ausland: E10 heißt in Frankreich SP95-E10, in vielen Ländern gibt es nur E5. Jedes Auto, das E10 verträgt, fährt problemlos mit E5. Umgekehrt gilt das nicht.
Super Plus und E5 bei alten Autos
Super Plus hat 98 Oktan statt 95 und enthält wie E5 bis zu 5 Prozent Ethanol. Die Oktanzahl gibt die Klopffestigkeit an, also wie gut der Kraftstoff ungewollter Selbstzündung widersteht. Mehr Energie steckt nicht darin. Ein Motor, der für 95 Oktan ausgelegt ist, gewinnt mit Super Plus weder Leistung noch messbaren Minderverbrauch. Der Aufpreis von 10 bis 15 ct pro Liter bringt dann nichts. Premiumsorten mit 100 bis 102 Oktan kosten noch einmal mehr und helfen nur Hochleistungsmotoren, die dafür abgestimmt sind.
| Fahrzeug | Passende Sorte | Grund |
|---|---|---|
| Benziner mit E10-Freigabe | E10 | Günstigste Sorte bei gleicher Oktanzahl |
| Benziner ohne E10-Freigabe | E5 | Ethanolanteil höchstens 5 Prozent |
| Sportmotor mit Vorschrift 98 ROZ | Super Plus | Steht im Tankdeckel; mit 95 Oktan greift die Klopfregelung ein und senkt die Leistung |
| Oldtimer vor etwa 1990 | Super Plus oder ethanolfreies Premiumbenzin | Dichtungen und Vergaser vertragen Ethanol schlecht; Motoren für verbleites Benzin brauchen oft einen Bleiersatz-Zusatz |
Wo der Hersteller 95 Oktan erlaubt und 98 nur „empfiehlt“, lohnt Super Plus allenfalls unter hoher Last, etwa mit Anhänger bei Sommerhitze. Im Alltag reicht die günstigere Sorte. Was E10 und E5 im Vergleich zu Diesel kosten, zeigt die Seite Diesel oder Benziner, die Kosten für eine konkrete Fahrt der Spritkostenrechner.